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Der Spiegel (30/2013): Missbrauchsverfahren gegen Post

Die Bundesnetzagentur hat ein millionenschweres Missbrauchsverfahren gegen die Deutsche Post AG eingeleitet. Hintergrund ist der dubiose Erwerb von Anteilen an einem kleinen Spezialunternehmen für Briefsortiermaschinen namens Compador Anfang des Jahres (SPIEGEL 17/2013). Compador war früher Dienstleister beim Post-Konkurrenten TNT. Seit die Post jedoch Anteile übernommen hat, versucht das Unternehmen Zug um Zug, Geschäft und Kunden von TNT abzuwerben – mit fragwürdigen Methoden. So kündigte Compador langfristige Wartungsverträge für Sortiermaschinen bei TNT und machte die Anlagen damit quasi wertlos, reihenweise wurden Führungskräfte abgeworben und möglicherweise sogar TNT-Firmengeheimnisse von Festplatten ausgelesen.

Die oberste deutsche Regulierungsbehörde verdächtigt die Post zudem, Compador bei diesem Feldzug zu unterstützen, indem sie dem Berliner Unternehmen Wettbewerbsvorteile verschafft. Als Marktführer und Ex-Monopolist ist der Post die Bevorzugung eines Unternehmens verboten, an dem sie selbst beteiligt ist. In einem Schreiben der Bundesnetzagentur vom 8. Juli an die Post heißt es, es könne die „missbräuchliche Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung vorliegen“. Das könnte teuer werden. Kann die Post die Vorwürfe bis Ende Juli nicht entkräften, muss sie mit einer Strafe rechnen. Bislang hatten Compador und die Post unlautere Praktikenn abgestritten.

Quelle: Der Spiegel, 30/2013 (Seite 56)

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